Genetik, Genomik und Epigenetik

Die Funktionen aller Zellen und insbesondere auch die von Stammzellen, werden durch Erbfaktoren (Gene) in Wechselwirkung mit Umwelt und Aktivität gesteuert. Auf der Grundlage unseres Verständnisses der genetischen Regulation ist es möglich, Stammzellen zu programmieren, so dass diese sowohl als Modellsysteme in der Forschung als auch möglicherweise in der Therapie gezielt eingesetzt werden können. Es gibt auch Ansätze, Gene direkt im Organismus zu manipulieren, um Regeneration einzuleiten („Gentherapie“).

Während Genetik zumeist die Wirkung einzelner Gene untersucht, betrachtet die Genomik vor allem deren komplexe Wechselwirkung. Seit der Entschlüsselung des Genoms (der Gesamtheit der Gene) ist diese Betrachtung zunehmend in das Zentrum der Untersuchung gerückt, weil deutlich geworden ist, dass die genetische Information allein nur einen Teil der relevanten Aspekte abdeckt. Unter Epigenetik versteht man Zelleigenschaften, die nicht in der Erbsubstanz (Genom) festgelegt und teilweise vererbbar sind.

Quellen:
Gerd Kempermann, Neue Zellen braucht der Mensch - Die Stammzellforschung und die Revolution in der Medizin
Piper-Verlag, München (2008)
Gerd Kempermann, Adult Neurogenesis 2 - Stem Cells and Neuronal Development in the Adult Brain
Oxfort Press, New York (2008)