Entwicklungsbiologie

Die Entwicklungsbiologie untersucht die Mechanismen der gesamten Entwicklung, einschließlich der Vermehrung und des Wachstums von Organismen; in diesem Zusammenhang ist die vergleichende Erforschung von Tierarten, die in ihrer Regenerationsfähigkeit dem Menschen weitaus überlegen sind, besonders wichtig. Beispielsweise können Salamander den Verlust eines Beines oder ihres Schwanzes ausgleichen, indem ihnen ein neues Bein bzw. ein neuer Schwanz nachwächst. Ein wichtiges Ziel Regenerativer Medizin besteht darin, die Mechanismen solcher „überlegener“ Regenerationsfähigkeit zu verstehen und medizinisch nutzen zu lernen.

In gewisser Weise hört Entwicklung lebenslang nicht auf. Regeneration wiederholt immer Aspekte von Entwicklung und basiert häufig auf identischen oder ähnlichen Mechanismen. Daneben weisen aber auch normale Anpassungsvorgänge („Plastizität“ = Wechselwirkung von Struktur und Funktion) viele Ähnlichkeiten mit Entwicklungsvorgängen auf. Die Auseinandersetzung eines Organismus mit Krankheit stimuliert immer Veränderungen, die zwar nicht in erfolgreicher Regeneration münden mögen, aber jegliche Stammzellfunktion im erwachsenen Organismus ist immer mit „Entwicklung“ verknüpft.

Quellen:
Gerd Kempermann, Neue Zellen braucht der Mensch - Die Stammzellforschung und die Revolution in der Medizin
Piper-Verlag, München (2008)
Gerd Kempermann, Adult Neurogenesis 2 - Stem Cells and Neuronal Development in the Adult Brain
Oxfort Press, New York (2008)